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Schlepper- und Motorenfreunde
Windmais e.V.

Gründungsgeschichte

Windmais, ein kleines Dorf an der ehemaligen Bahnlinie zwischen Bodenwöhr und Neunburg vorm Wald, im Herzen der Oberpfalz und am Tor zum bayerischen Wald gelegen, mausert sich zum Besuchermagnet. Viele Einwohner des Ortes leben noch von der Landwirtschaft, die meisten Bürger gehen im näheren Umland einer Arbeitstätigkeit nach. In früheren Tagen wurde in der Umgebung Eisenerz abgebaut. In der kleinen Ortschaft Windmais, mit 60 Häusern, eine Kapelle, ein Feuerwehrhaus und eine Viehwage leben ca. 250 Einwohner. Aber wenn einer der Meinung ist, hier ist nichts los, dann liegt er völlig falsch.
Die Windmaiser Bürger sind ein sehr geselliges Volk und haben in mehreren Vereinen ihren Ausgleich zur täglichen Arbeit gefunden.
Ein ganz besonderer Verein hat sich in dem kleinen Örtchen vor einigen Jahren zusammengefunden, um Kultur und Brauchtum aus der früheren Zeit zu erhalten. Im April 1991 wurde in Windmais der Verein Schlepper- und Motorenfreunde Windmais e.V. gegründet. Dieser bestand anfangs aus nur dreizehn Personen.

Die Idee einen derartigen Verein zu günden hatte Johann Deinfelder.
Und angefangen hat alles so:
Im August 1990 begaben sich er und sein "Spezl" Max zum Bahnhof nach Blechhammer, um die Schüttung eines Eisenbahnwagons auszumessen. Auf einem Grundstück in der Nähe des Bahnhofs sichteten die beiden zwei alte Bulldogs, einen Kramer aus dem Jahr 1950 und einen Hanomag aus dem Jahr 1956. Johann Deinfelder und sein Freund waren damals schon Oldtimerfans, meinten, dass man mit dem Kauf und der Restaurierung der alten Schlepper bestimmt ein Geschäft machen könnte, wenn die beiden Oldtimer nachher zu einem wesentlich höheren Preis wieder zu verkaufen wären. Gesagt, getan, für nur 400,- DM pro Stück erwarb Deinfelder die beiden Bulldogs und richtete sie Zuhause in mühevoller Kleinarbeit wieder her . Nachdem sie restauriert waren, gefielen sie jedoch dem neuen Besitzer selbst so sehr, dass er es nicht mehr übers Herz brachte sie zu verkaufen. Da sich im Bekanntenkreis von Johann Deinfelder mehrere Personen befanden, die ebenfalls bereits Besitzer älterer Traktoren waren und er weitere Freunde für dieses Hobby begeistern konnte, kam man im Herbst 1990 auf die Idee, so wie auch anderswo bereits geschehen, einen Verein für Freunde älterer Traktoren zu gründen. Anfangs von mehreren Zeitgenossen, ob diesem Vorhaben skeptisch belächelt, setzte sich diese Idee immer mehr durch und im Dezember 1990 fand im Dorfwirtshaus von Windmais die erste Versammlung statt, bei der geprüft werden sollte, in wieweit tatsächlich Interesse für die Gründung eines entsprechenden Bulldogclubs vorlag. Johann Deinfelder und ein kleiner Personenkreis bekundeten ihr Interesse an der Gründung eines Vereins "Schlepper und Motorenfreunde Windmais".
Obwohl der Verein zu diesem Zeitpunkt noch garnicht offiziell bestellt war, wurde im Februar 1991 bereist ein Faschingsumzug mit 8 Oldtimern durch Windmais organisiert. Bei der örtlichen Bevölkerung erregten damals die alten Stahlrösser und die zum Teil recht originellen Masken und Verkleidungen erhebliches Aufsehen. Den Abschluss des Faschingszuges bildete eine feuchtfröhliche Einkehr in der Dofwirtschaft. Im April war es dann endlich soweit. Im Gasthaus Kolbeck in Windmais fand die Gründungsversammlung des heutigen Vereins statt. Nach kurzer Aussprache der anwesenden wurde die Gründung des Vereins beschlossen. Die Schlepper und Motorenfreunde e.V. lagen mit Ihrem Vereinszweck genau richtig. Denn in der Zwischenzeit hat sich die Zahl der Mitglieder auf 140 erhöht und die Begeisterung zur Erhaltung alter Traktoren und Motoren steigt ständig.
Es folgten zahlreiche Teilnahmen an Bulldogtreffen und anderen Veranstaltungen. Ein großes Problem bereitete bei der Teilnahme an diesen Treffen meist der Transport der Oldtimer. Zum Teil wurden sie mit Lastwagen, Tiefladern und Anhängern verfrachtet, zum Teil wurden sie aber selbst "auf der Achse" auf Reise geschickt. Oft konnten auch mit der größten Teilnehmerzahl Preise und Pokale eingehamstert werden. Erwähnenswert ist hier auf jeden Fall die Fahrt mit den Traktoren "auf der Achse" nach Österreich zum Bulldogtreffen des Patenvereins in Seekirchen.
Neben den zahlreichen Teilnahmen ist der Verein aber auch mit eigenen Veranstaltungen sehr aktiv.

Welch unglaubliche Anziehungskraft alte Traktoren und Technik auf die Bevölkerung haben hätten sich die Schlepper- und Motorenfreunde aus Windmais vorher nicht ausdenken können.
Beim 1. Bulldogtreffen "Oberpfälzer Wald" in Windmais im Juni 1992 waren es nach vorichtigen Schätzungen rund 15000 Schaulustige und begeisterte Oldtimerfans, die den Ort und die Veranstaltung besuchten. Im Jahr 2007 wurde bereits das 7. Bulldogtreffen unter dem Motto Windmaiser Feldtage ausgerichtet. Es wurde von den Aktiven bisher etwa 300 alte Schlepper erworben, liebevoll restauriert und herausgeputzt.
Vertreten sind hierbei alle Marken und Hersteller. Neben mehreren Lanz Bulldogs, z.B. Modell 7506 aus dem Jahre 1937 und Modell 5506 von 1951 reihen sich zahlreiche andere Marken, wie Ursus, Hanomag, Kramer, Hatz, Schlüter, Porsche, Eicher, MAN, Allgaier, Fendt, Normag, Holder, Fahr und Röhr in die lange Reihe, der auch zum Teil im Originalzustand erhaltenen Sammlerstücke ein.
Neben altertümlichen Traktoren und Mähdreschern wurden aber auch eine große Anzahl an Standmotoren und allerlei weiterer landwirtschaftlicher Geräte erworben.
Ein Teil dieser umfangreichen Sammlung kann im vereinseigenen Oldtimermuseum besichtigen.
Weitere Infos dazu finden sie auf den folgenden Seiten.
 
Gruppenfoto-25-Jahre-2016
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Landwirtschaftliches Oldtimermuseum

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